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SCHLUSS MIT SONNENSCHUTZ

Dermatologen schlagen seit Jahren Alarm: Laut der Deutschen Krebshilfe wird in Deutschland über 370.000 Mal erstmalig Hautkrebs diagnostiziert, davon fast 30.000 Mal der bösartige schwarze Hautkrebs, auch bekannt als malignes Melanom. Als Hauptursache gilt die Belastung mit UV-Strahlen.

Für die Hautgesundheit ist es deshalb unerlässlich, dass wir bei Beratung und Verkauf den Begriff Sonnenschutz aus unserem Wortschatz entfernen und durch Lichtschutz ersetzen. Moderne Hautpflege schützt die Haut nicht nur vor Sonne, sondern vor dem gesamten Spektrum an Strahlung und Umwelteinflüssen – das ganze Jahr über.

Hautalterung, Pigmentverschiebungen und oxidative Prozesse entstehen nicht ausschließlich durch UV-Strahlung. Auch Infrarotstrahlung (IR) und Blue Light (HEV – High Energy Visible Light) beeinflussen die Hautgesundheit maßgeblich. Für Beratung und Verkauf wird es deshalb immer wichtiger, Kundinnen und Kunden ganzheitlich zu beraten und auf moderne Full-Light-Protection-Konzepte hinzuweisen.

„Sonnenschutz“ vermittelt häufig nur Schutz vor Sonnenbrand im Urlaub. Tatsächlich geht es jedoch um den ganzjährigen Schutz vor verschiedenen Lichtarten mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Haut:

  • UVA → Hautalterung & Pigmentierung
  • UVB → Sonnenbrand & DNA-Schäden
  • IR (Infrarot) → oxidative Stressprozesse & Kollagenabbau
  • Blue Light / HEV → Pigmentverschiebungen & oxidativer Stress

UVA – der Haupttreiber vorzeitiger Hautalterung

UVA-Strahlen gelangen zu 100 % ungefiltert durch die Atmosphäre, dringen tief bis in die Unterhaut ein und fördern:

  • Kollagenabbau
  • Elastizitätsverlust
  • Faltenbildung
  • Hyperpigmentierung

Besonders relevant: UVA-Strahlung ist ganzjährig präsent – auch bei bewölktem Himmel und hinter Fensterglas.

UVB – verantwortlich für Sonnenbrand

UVB-Strahlen werden zu 80 % von der Atmosphäre blockiert, wirken überwiegend auf die oberen Hautschichten und sind hauptverantwortlich für:

• Sonnenbrand

• direkte DNA-Schäden

• lichtbedingte Hautveränderungen

Die doppelte LSF-Falle:

Die meisten Anwenderinnen und Anwender gehen davon aus, dass ein hoher Lichtschutzfaktor automatisch einen ebenso hohen Rundumschutz bedeutet. Genau hier liegt das Missverständnis. Der aufgedruckte LSF bezieht sich in erster Linie auf den UVB-Schutz – also auf den Schutz vor Sonnenbrand. Ein Produkt mit LSF 30 schützt deshalb zunächst vor allem vor UVB-Strahlung.

Der entscheidende Punkt: Der UVA-Schutz ist deutlich geringer. In Europa gilt die Vorgabe, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen LSF betragen muss. Das bedeutet konkret:

LSF 30 = UVA-Schutz mindestens 10

LSF 50 = UVA-Schutz ca. 16–17

Das überrascht viele Kundinnen und Kunden – denn ein Produkt mit LSF 30 bedeutet nicht automatisch „30-facher Schutz“ gegen UVA-bedingte Hautalterung. Hinzu kommt: Der Wert gilt nur bei ausreichender Auftragsmenge – 2 mg pro Quadratzentimeter Haut. In der Praxis wird meist deutlich zu wenig Produkt verwendet.

Die 2-Finger-Regel

Bewährt hat sich die sogenannte 2-Finger-Regel, d.h. man trägt pro Körperbereich die Menge Lichtschutzpflege auf, die auf den ausgestreckten Zeige- und Mittelfinger passt, also jeweils für Gesicht und Hals, jedes Bein, jeden Arm, Brust, Bauch und Rücken.

IR-Strahlung – der unterschätzte Aging-Faktor

Infrarotstrahlung wird häufig nur mit Wärme assoziiert. Tatsächlich können insbesondere IR-A-Strahlen tief in die Haut eindringen und oxidativen Stress fördern. Mögliche Folgen:

• beschleunigte Hautalterung

• Verlust von Spannkraft

• verstärkte freie Radikale

• Unterstützung entzündlicher Prozesse

Besonders relevant: IR-Strahlung wirkt häufig in Kombination mit UV-Strahlung verstärkend auf Hautstress. Ein klassischer SPF reicht hier nicht aus. Sinnvoll sind:

• antioxidative Formulierungen

• Schutz vor freien Radikalen

• moderne Anti-Pollution- und Full-Light-Produkte

Wichtige Inhaltsstoffe:

• Vitamin E

• Niacinamid

• Ferulasäure

• Astaxanthin

• Antioxidantien-Komplexe

Blue Light (HEV) – digitales Licht als neuer Hautstress

Blue Light gehört zum sichtbaren Lichtbereich und wird vor allem assoziiert mit:

• Smartphones

• Tablets

• Bildschirmen

• LED-Licht

• Sonnenlicht

Wichtig: Die stärkste Blue-Light-Belastung stammt nicht vom Smartphone, sondern von der Sonne selbst. Auswirkungen auf die Haut. Blue Light kann:

• oxidativen Stress fördern

• Pigmentflecken verstärken

• Kollagenabbau unterstützen

• Melaninbildung stimulieren

Besonders relevant ist das Thema bei:

• Hyperpigmentierung

• Melasma

• sensibler Haut

• postinflammatorischer Pigmentierung

Fazit

Der Begriff Sonnenschutz beschreibt nicht einmal annähernd, was moderne Hautpflege leisten muss. Die Haut ist täglich einem komplexen Spektrum aus UV-, IR- und sichtbarem Licht ausgesetzt. Der zeitgemäße Ansatz lautet: Lichtschutz statt Sonnenschutz.

Für Kosmetikinstitute bedeutet das: Aufklärung, Prävention und moderne Full-Light-Protection-Konzepte werden zu einem zentralen Bestandteil professioneller Hautberatung, also der Schutz vor UV und IR und Blue Light.

Der beste Lichtschutz ist der, der täglich verwendet wird. Moderne Lichtschutz-Produkte vereinen

• angenehme Texturen

• kein Weißeln

• gute Verträglichkeit

• Make-up-Kompatibilität

Mehr zum Thema:

Deutsche Krebshilfe